Dieser Samstagnachmittag ist wie geschaffen dafür, ihn mit einem guten Buch und einem heißen Kakao auf der Couch zu verbringen. Dauerregen, einstellige Temperaturen, Wind – schön usselig herbstlich. Wer nächstes Jahr Marathon laufen will, muss trotzdem raus. Heldenwetter, nichts für Weicheier.

Unsere Gewinner treffen sich zur Leistungsdiagnostik im Arena Sportpark Düsseldorf. Sven von der Ausdauerschule by bunert erklärt das Vorgehen: Alle laufen gemeinsam in einem vorgegebenen Tempo zwei Runden auf der Tartanbahn. Im Anschluss werden jeweils die Herzfrequenzen protokolliert und ein paar Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen entnommen. Die Bestimmung der Laktatwerte im Blut definiert später einzelne Trainingsbereiche. So weit, so gut – los geht’s:

Erst mal locker traben …

Die ersten 800 Meter stehen mit einer Pace von 8:20 min/km an – keine Herausforderung für die Gruppe. Alle haben noch genügend Luft zum Quatschen und Witzeln, ob es wohl so einfach bleibt? Ich bin heute zum ersten Mal mit dem New Balance Zante 3 unterwegs – ein leichter und schneller Schuh, der sich bei der 8er Pace definitiv langweilt, aber bei höheren Geschwindigkeiten umso besser aufgehoben ist. Der Zante macht Spaß! Nach zwei Runden gibt’s auch schon eine kurze Pause: Herzfrequenz notieren, ein Pieks ins Ohr und weiter. Auch bei 7:00 min/km sind noch alle gut gelaunt. Die Pace zu halten, ist übrigens erst einmal gar nicht so einfach: Rund um die Laufstrecke sind Hütchen verteilt und in gleichmäßigem Abstand ertönen Pfiffe. Im Idealfall befindet sich die Gruppe genau während des Pfiffs am Hütchen – ist sie zu früh oder zu spät, muss sie das Tempo entsprechend anpassen.

Das System hört sich komplizierter an als es ist und klappt auch bei 6:00 min/km noch prima. Allerdings verstummen die Gespräche langsam. Aha, wird also doch noch anstrengend! Würden wir mit dieser Pace den Marathon laufen, kämen wir übrigens nach 4 Stunden und 13 Minuten ins Ziel. Die Grenze der Ausbelastung ist allerdings noch lange nicht bei allen erreicht, daher folgen als nächste Stufen 5:15 min/km, 4:40 min/km und 4:15 min/km – mittlerweile wäre das eine Marathonzeit von unter 3 Stunden. Meine Beine brennen, die Atmung wird schwer bis unmöglich und ich weiß während der ersten Runde nicht, wie ich noch eine zweite laufen soll. Ich laufe sie trotzdem. Irgendwie. Meine Grenze ist hier definitiv erreicht, und zwar nicht nach 42 Kilometern, sondern schon nach 800 Metern. Ich bin raus!

Endspurt!

Die schnellsten Hasen hängen noch 3:50 min/km und wahnsinnige 3:30 min/km dran – und zwar angefeuert von allen, die bereits die Segel streichen mussten. Schön, wie vielfältig die Gruppe ist und noch schöner, dass es nach der Auswertung für alle heißt: Es gibt keine Bedenken, die gegen einen Marathon sprechen. Die Zeiten, die am Ende in Rotterdam erreichbar sind, unterscheiden sich natürlich deutlich – aber dank der individuellen Trainingspläne wird jeder bestmöglich vorbereitet an den Start gehen.

Als nächstes zeigen wir euch anhand einer Auswertung der Leistungsdiagnostik, welche Werte sich genau ablesen lassen und wie sie das Training beeinflussen. Bis es so weit ist, verkürzen die vielen Fotos hoffentlich die Wartezeit:
Hier geht’s zum Fotoalbum der Leistungsdiagnostik.

Bis bald!
Eure Maren