Bei Max aus Hilden hat das Projekt #DeinErsterMarathon sein Lauftraining ganz schön auf den Kopf gestellt. Wir haben nachgefragt, was sich verändert hat und ob er zuversichtlich für Rotterdam ist.

Wie läuft es denn gerade? Bist du im Plan?

Bei mir läuft es super. Ich konnte bisher alle Einheiten durchziehen und merke auch schon deutliche Verbesserungen. Ich bin total zufrieden mit meinen Trainingsplänen und dem Austausch mit Michael von Bunert Hilden und den anderen Teilnehmern.

Was ist die weiteste Strecke, die du bisher gelaufen bist und wie war das für dich?

Ich bin Anfang des Jahres das erste Mal überhaupt über 30 Kilometer gelaufen. An einem Sonntag waren es 33 Kilometer und am darauffolgenden dann sogar 35. Das war schon ein enormer Sprung, da ich vorher nie mehr als 25 Kilometer unterwegs war. Als ich die 33 Kilometer gelaufen bin, musste ich die letzten 8-10 Kilometer richtig kämpfen. Das war echt eine Herausforderung und ich hatte die Tage danach Probleme Treppen zu steigen und mich hinzusetzen … 🙂 Eine Woche darauf lief es dann schon deutlich besser und der Kampf begann erst etwas später. Ich habe gemerkt, dass die langen Läufe jetzt echt wichtig sind. Besonders für den Kopf. Es ist jetzt nicht mehr ganz so unvorstellbar, noch 7,195 Kilometer mehr zu laufen. Allerdings zweifle ich noch, ob ich die Distanz auch in dem Tempo schaffe, das ich mir vorgenommen habe.

Was hat sich an deinem Training verändert, seit du dich auf den Marathon vorbereitest?

Ich habe vor dem Projekt nicht wirklich regelmäßig trainiert und schon gar nicht nach einem festen Plan. Daher hat sich einiges geändert: Jetzt stehen seit September jede Woche 5-6 Tage Training auf dem Plan. Das ist eine echte Herausforderung. Nicht nur körperlich, sondern besonders für das Privatleben. Ich muss die Wochen nun viel genauer im Voraus planen, damit ich Job, Sport, Freundin, Haushalt etc. unter einen Hut kriege.

Was macht dir an der Vorbereitung am meisten und was am wenigsten Spaß?

Im Moment machen mir zum Glück noch alle Einheiten Spaß. Klar gibt es Tage, an denen man abends von der Arbeit kommt und gar keine Lust hat noch rauszugehen und einfach auf die Couch will. Aber wenn man dann einmal losgelegt hat, macht es doch Spaß. Ich mag die schnelleren Läufe und Intervall-Trainings lieber als die längeren ganz langsamen Läufe. Die können manchmal langweilig werden, wenn man alleine unterwegs ist oder die Strecke nichts Neues ist. In meinem Freundeskreis lässt sich leider niemand für mehr als 15 Kilometer motivieren. Inzwischen höre ich Musik oder Hörbücher auf den langen Distanzen.

Gab es einen Punkt, an dem du gedacht hast, das schaffst du nie? Wolltest du schon einmal alles hinschmeißen?

An dem Punkt war ich bisher glücklicherweise noch nicht. Im Gegenteil. Ich habe schon in den ersten Monaten eine deutliche Entwicklung gemerkt und konnte mich im Laufe der letzten Zeit immer weiter verbessern. Das hätte ich anfangs gar nicht so erwartet. Daher bin ich jetzt eigentlich guter Dinge für den Marathon und freue mich total darauf. Ich hatte immer Bedenken, dass mein Knie die längeren Strecken nicht mitmacht, aber das macht zum Glück bisher kaum Ärger.

Was ist das wichtigste für dich bei der Vorbereitung? Kannst du anderen Läufern einen Tipp geben?

Das wichtigste ist Abwechslung! Es ist total wichtig, dass die Trainings variieren. Kurze und lange Einheiten in verschiedenen Geschwindigkeiten, Intervalltrainings, Lauf-ABC etc. Und man sollte zum Ausgleich auch mal etwas anderes machen als nur zu Laufen. Daher gehe ich gerne regelmäßig Schwimmen, Radfahren oder mache Kraft- und Stabitraining. Das tut dem Körper gut. Außerdem sollte man das Dehnen nicht vernachlässigen.
Ein Spruch von Michael von Bunert Hilden ist mir in Erinnerung geblieben, den ich damals erst nicht glauben wollte, der aber absolut zutrifft: „Laufe langsam, um schneller zu werden.“ Das stimmt tatsächlich!

Hast du ein Ziel für Rotterdam?

Ganz ehrlich: Es ist mein erster Marathon. Also sollte das primäre Ziel lauten: Ankommen!
Aber ich habe mich in den letzten Monaten läuferisch ganz gut weiterentwickelt und bin daher auch ambitionierter geworden. Neben Gesprächen mit meinem Bunert-Ansprechpartner und anderen Läufern haben mich meine letzten Ergebnisse bei anderen Läufen dazu bewogen, mir eine Zielzeit von 3:30 Stunden vorzunehmen. Ich glaube, das kann ich schaffen. Allerdings fällt es mir noch schwer einzuschätzen, ob ich das notwendige Tempo auch über solch eine Distanz halten kann oder ob ich irgendwann einbreche. Mal sehen, was die nächsten Monate noch an Erkenntnissen bringen und ob ich das Ziel noch korrigiere 🙂
Aber ganz egal welche Zeit im Ziel auf der Uhr steht. Ich freue mich einfach auf die Erlebnisse auf der Strecke, die Emotionen und das Wiedersehen mit den anderen Teilnehmern, mit denen der Austausch wirklich super ist und richtig Spaß macht!