Bis Ende 2016 hatte ich eine tolle Vorbereitung, aber dann ging es bei mir leider bergab. Leider war ich sehr lange erkältet, meinen Fuß habe ich mir verletzt usw., das hat das Training in 2017 fast unmöglich gemacht. Mein ursprüngliches Ziel von unter vier Stunden war somit also unrealistisch geworden. Ich hatte Zweifel, ob es überhaupt sinnvoll ist, ohne Vorbereitung in diesem Jahr an den Start zu gehen, aber nach dem Motto dabei sein ist alles wollte ich es trotzdem versuchen.
Dass ich es dann doch irgendwie ins Ziel schaffen würde, wurde mir so bei Kilometer 35 klar: „Die letzten sieben schaffe ich jetzt auch noch!“, war mein Gedanke. Ich habe zwar am Ende fünf Stunden gebraucht, aber geschafft ist geschafft. Der Zieleinlauf war super und fühlte sich einfach toll an, ein großartiges Gefühl für jeden Läufer. Obwohl ich sehr K.O. war, konnte ich mich noch freuen.

Ans Aufgeben hatte ich schon das erste Mal nach 15 Kilometern gedacht, ich musste mal für kleine Jungs und bin nur schwer wieder reingekommen. Meine Beine waren schwer und die Vorstellung, erst etwas mehr als ein Drittel geschafft zu haben, hat mich kurzfristig ans Aufgeben denken lassen. Ich bin dann ein Stück gegangen und dachte, zurück müsste ich eh laufen, also kann ich auch versuchen, weiter zu machen. Des Weiteren hat meine Freundin mich angefeuert, die die ganze Zeit meine Strecke über GPS verfolgte. Ich bin also langsam weitergelaufen und es wurde auch wieder besser. Immer wenn ich mal wieder ein paar Schritte gehen wollte, gab es aus dem Publikum Rufe wie „Nicht aufgeben, Marco, du schaffst das!“ oder „Go, Marco, go!“, das hat natürlich unheimlich geholfen. Das Publikum war eh der Hammer, jeder Läufer hat eine riesige Unterstützung erfahren. Danke an eine Million Zuschauer, die bestimmt nicht nur mir geholfen haben, ins Ziel zu kommen. Die Stimmung, Freundlichkeit und Unterstützung der Zuschauer war großartig.

Da ich die Aktion super fand, würde ich ein weiteres Mal mitmachen. Einen zweiten Marathon würde ich nicht diesen Monat laufen, aber vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt nochmal. Es gibt da noch ein persönliches Ziel, was ich mal erreichen möchte. Die Erfahrung ist schon super und die Stimmung ist der Hammer, allerdings braucht es für die Vorbereitung viel Zeit. Wer diese hat, dem kann ich es nur empfehlen. Den nächsten Bewerbern würde ich raten, frühzeitig an die langen Strecken heranzugehen, am besten vor dem Winter noch, da es mir hier besonders schwer gefallen ist, gut zu trainieren.