Eine Frage, die sich viele Läufer im Sommer stellen: „kann ich bei der aktuellen Wettersituation mein Lauftraining durchführen?“

Diese Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten. Es spielen die verschiedenen Komponenten, aus denen sich die momentane Wettersituation zusammensetzt eine unterschiedliche Rolle.

Viel trinken – aber richtig

Bei hohen Temperaturen ist der Körper auch im Ruhezustand permanent damit beschäftigt, die Körpertemperatur auf ca.37,5 Grad zu halten. Das bedeutet, die Hautdurchblutung ist erhöht und wir schwitzen vermehrt. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Wasserverlust, der durch ausreichendes Trinken wieder kompensiert werden muss. Allerdings kann der Körper nicht mehr als 500ml Wasser pro Stunde aufnehmen, der Rest wird ungenutzt ausgeschieden. Daraus leitet sich die Empfehlung ab, öfter kleine Mengen Mineralwasser zu trinken, anstatt einmal sehr viel. Dadurch beugt man einer langsamen Austrocknung der Schleimhäute vor. Diese Austrocknung passiert gerade bei einem feuchtwarmen Wetter sehr schnell, ohne vom Körper registriert und in Form eines Durstgefühls angezeigt zu werden. Das Austrocknen der Schleimhäute erhöht die Infektanfälligkeit. Des weiteren sollte man darauf achten kein natriumarmes Wasser zu trinken, da mit dem Schweiß auch sehr viel Salz aus dem Körper gespült wird.

Die Richtige Vorbereitung

Das zweite Problem ist die erhöhte Sonneneinstrahlung. Dem ist recht einfach zu begegnen, in dem man 30 Minuten vor dem Sport eine spezielle Sportsonnencreme mit entsprechendem Lichtschutzfaktor aufträgt (diese verläuft weniger stark). Zudem sollte man eine leichte Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille tragen. Die Kopfbedeckung kann man gut vor dem Laufen mit Wasser benetzten, sodass der Kopf gut gekühlt bleibt. Außerdem ist ein Laufen in der direkten Sonneneinstrahlung wenn möglich vermieden werden: der Schatten sollte bevorzugt werden.

Ozon – worauf sollte ich achten?

Das bei weitem größte Problem stellt allerdings der hohe Ozonwert da. Diesen kann man nicht durch eine geeignete Vorbereitung auf das Lauftraining umgehen. Die Ozonwerte steigen im Verlaufe eines heißen Tages an und sinken erst wieder nach Sonnenuntergang ab. Ozon ist ein Gas, welches in der Natur verschiedene Aufgaben erfüllt. Die Bekannteste ist, das es in der Stratosphäre das UV Licht der Sonne absorbiert und uns daher vor einer zu hohen UV Strahlung schützt. An der Erdoberfläche ist Ozon aber ein Umweltgift, welches in zu hohen Konzentrationen zu verschiedenen Beschwerden führen kann. Vor allem kommt es zu einer Reizung der Atemwege und es können starke Kopfschmerzen ausgelöst werden. Daher ist von einem Lauftraining bei einer Ozonkozentration von über 180 μg/m³ unbedingt abzuraten. Daher sollte man die Ozonwerte bei hohen Temperaturen unbedingt vor dem Training in Erfahrung bringen.
Ozonwerte Deutschland

Fazit

Einem Lauftraining steht auch im Hochsommer nichts im Weg, wenn man einige Vorkehrungen trifft. Optimalerweise geht man früh morgens laufen, sucht kühlere Laufstrecken auf, hat genügend zu trinken dabei und trägt die richtige Kleidung. Von einem sehr intensiven Training, besonders in den Mittag- und Abendstunden ist abzuraten!

Auch nach dem Lauftraining ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, um einem Austrocknen der Schleimhäute vorzubeugen. Da sich anderenfalls die Infektgefahr deutlich erhöht.

Ausdauerschule by bunert