Gab es einen Moment, an dem du realisiert hast, dass du finishen wirst?

Sobald wir (Jana, ihre Begleitung und ich) über die Startlinie gelaufen sind, war mir klar: Wenn nicht irgendwas außergewöhnliches passiert, werde ich das Ding auch zu Ende bringen. Aufgeben ist und war keine Option. Der Weg war das Ziel. Der Weg war hart und steinig.

Hast du zwischendurch ans Aufgeben gedacht?

Nein. Nie. Ich konnte immer ein Stück gehen, wenn es eben mal nicht rund lief.

Gibt es eine Anekdote oder irgendetwas, das dir nicht mehr aus dem Kopf geht?

Eine Gruppe junger Männer hat alle Läufer persönlich angesprochen und angefeuert. Als ich vorbei lief, meinte einer, er könne meinen Namen nicht lesen. Da habe ich meine Startnummer gerade gezogen und mich nochmal zu ihnen umgedreht. Das fanden die Jungs so klasse und haben extra für mich gebrüllt. Echt rührend!

Was nicht so schön war: Ich hatte meinen ersten und hoffentlich einzigen Asthma-Anfall mit massiver Luftnot in der letzten Kurve vor dem Zieleinlauf. Ich war so ergriffen von den Fotografen und den ganzen jubelnden Personen. Mir standen die Tränen in den Augen – leider mit der Folge, keine Luft mehr zu bekommen. Zum Glück hatte ich mein Spray griffbereit. Konnte die Situation so kurz vorm Ziel retten. Das war der einzige Moment, in dem ich kurz gedacht habe, das wird eng. Christian hat das sogar auf einem Bild festgehalten. Uff.

Sollte deiner Meinung nach jeder Läufer einmal die Erfahrung machen, einen Marathon zu laufen?

Gute Frage. Ohne das Projekt hätte ich es nicht gemacht. In der Gruppe ist man stark. Support ist denke ich mega wichtig – jedenfalls für mich. Ich habe vor jedem Respekt, der sich der Aufgabe und Herausforderung gestellt hat.