Kati hat bei der Vorbereitung auf ihren ersten Marathon schon alle Höhen und Tiefen erlebt. Dabei hat sie gelernt, Ziele immer wieder anzupassen und vor allem den Spaß nicht zu verlieren.

Wie läuft es denn gerade? Bist du im Plan?

Wäre ich Ende Februar gefragt worden, hätte ich gesagt: Alles super, es läuft, absolut im Plan. Voll zufrieden und sehr zuversichtlich. Heute muss ich sagen, es läuft beschwerlich. Das Asthma hat mich mit Frühlingsanfang voll eingeholt. Im Plan bin ich immer noch, nur etwas atemlos.

Was ist die weiteste Strecke, die du bisher gelaufen bist und wie war das für dich?

Ende Februar standen 36 Kilometer auf meinem Plan. Uff. Schon eine echt respekteinflößende Distanz. Da sich die zu meisternden Entfernungen über die vergangenen Wochen immer mehr gesteigert haben, fiel es doch erstaunlich leicht, immer noch mal ein Schippchen von zwei bis drei Kilometern draufzulegen. Die letzten fehlenden Kilometer werden auch klappen. Schon beeindruckend zu erfahren, wozu der eigene Körper fähig ist und was er leisten kann. Ich hatte bei den langen Läufen immer eine sehr nette Laufbegleitung. Daher waren die Läufe alle sehr unterhaltsam und kurzweilig. Vielen Dank dafür!

Was hat sich an deinem Training verändert, seit du dich auf den Marathon vorbereitest?

Ich bin vorher auch schon dreimal die Woche gelaufen – allerdings gepaart mit Indoor Cycling und Yoga zum Ausgleich bzw. als Ergänzung. Zu Beginn des Marathon-Trainings haben wir (mein Trainer und ich) dann auf vier bis fünf Lauf-Einheiten umgestellt und Cycling weggelassen. Das hat mein Körper gar nicht gut gefunden. Es stellten sich massive körperliche Probleme ein, sodass wir doch wieder auf das gewohnte System zugegriffen haben. Die Intensität der Lauf-Einheiten wurde dafür angepasst, Cycling und Yoga wieder eingebaut. Mein Körper und ich freuen sich.

Was macht dir an der Vorbereitung am meisten und was am wenigsten Spaß?

Das Tolle am Laufen ist, man kann es überall und jederzeit machen, ohne viel Vorbereitung oder Materialeinsatz. Einfach Schuhe an und los. Raus in die Natur. So haben sich die Einheiten eigentlich immer gut in den normalen Tagesablauf integrieren lassen. Zum Teil habe ich auch die Mittagspausen sinnvoll genutzt. Manchmal musste ich am Wochenende etwas jonglieren, aber die Pläne sind so geschrieben, dass auch mal was getauscht oder umgestellt werden kann. Klar gibt es Einheiten im Plan, die eher Pflicht als Kür sind. Augen zu und durch! Normalerweise habe ich aber genau diese Einheiten immer in der Laufgruppe absolviert. Gemeinsam sind wir stark und geteiltes Leid ist halbes Leid! Ein schöner Nebeneffekt ist, ich habe so viele neue Bekanntschaften geschlossen und mich viel ausgetauscht.

Gab es einen Punkt, an dem du gedacht hast, das schaffst du nie? Wolltest du schon einmal alles hinschmeißen?

Als sich die massiven körperlichen Probleme durch die einseitige Überbelastung eingestellt haben, hätte ich heulen können. Mit der Androhung von OP (Verdacht auf Leistenbruch – der sich zum Glück nicht bestätigte) hatte ich meine Felle schon wegschwimmen sehen. Zum Glück haben mein Trainer und ich schnell und wirksam durch eine kurzweilige Trainingspause und anschließender Umstellung des Programms alles wieder in die rechte Bahn lenken können. Zurzeit kämpfe ich, wie schon erwähnt, mit dem Asthma. Hinschmeißen kommt nicht in Frage, nur von meiner gesteckten und von mir erwarteten Ziel-Zeit kann ich mich unter diesen Umständen verabschieden. Das ist das größte Problem. Die an sich selbst gestellte Erwartung auf das Wesentliche zurückzuschrauben. Jetzt zählt nur noch ankommen!

Was ist das Wichtigste für dich bei der Vorbereitung? Kannst du anderen Läufern einen Tipp geben?

Die Gesundheit steht immer an erster Stelle. Der Marathon sollte Fun sein und auch bleiben. Laufen ist immer noch ein Hobby. Klar wachsen durch den Trainingsfortschritt und die Erfolge auch die eigenen Erwartungen. Aber Fehlein- oder Überschätzung bringen einen nicht weiter. Neben der Gesundheit sollte der Spaß an dem ganzen Projekt nicht verloren gehen. Wenn man sich zu etwas zwingen muss, sollte man sich fragen, ob es wirklich das Richtige ist.

Hast du ein Ziel für Rotterdam?

Ich hatte ein Zeit-Ziel, wie wahrscheinlich jeder von uns, aber mittlerweile wünsche ich mir einfach nur noch, locker zu bleiben – vor allem im Kopf. Alles kann nicht muss. Der Weg ist das Ziel. Ich würde am 8. April gerne locker loslaufen, eine Menge Spaß haben, den Lauf genießen können und gesund im Ziel ankommen. Das wünsche ich auch allen anderen Teilnehmern.

Mit dem Wissen von heute, würdest du es wieder tun?

Ja!!! Es hat so viel Spaß gemacht. Es war schweißtreibend, müde schwere Beine gehörten dazu, wie auch der ein oder andere Muskelkater, Rückschläge wie auch Erfolgserlebnisse. Unterm Strich ist es egal, mit welcher Zeit Rotterdam gefinisht wird, es hat sich gelohnt. Jeder einzelne Kilometer! Toll, dass es so ein Projekt gibt und dass ich ein Teil davon kein durfte. Vielen Dank an alle Beteiligten, die es zu diesem besonderen Event gemacht haben. Ihr seid spitze, wir aber auch!