Gab es einen Moment, an dem du realisiert hast, dass du finishen wirst?

Realisiert habe ich es erst, als wir zwischen Kilometer 32 und 35 waren. Dort konnte ich den Besenwagen abschütteln und als mir dies gelang, wusste ich, die letzten Kilometer schaffe ich auch noch.

Hast du zwischendurch ans Aufgeben gedacht?

Bei Kilometer zehn hatte ich Kreislaufprobleme. Da wusste ich, dass es kein einfacher Lauf mehr werden würde. Ich hatte aber ständig im Kopf, dass einfach zu viele Leute von dem Lauf wissen und ich dieses Rennen unbedingt zu Ende bringen muss. Bei Kilometer 22 kam dann noch das Knie hinzu. Ich hatte aber keine Chance ans Aufgeben zu denken, denn mein Vereinskollege Christian und mein Mann Stephan haben mir immer wieder Mut zugesprochen und mich motiviert. Danke dafür!!

Gibt es eine Anekdote oder irgendetwas, das dir nicht mehr aus dem Kopf geht?

Ungefähr bei Kilometer 39 stand ein Zuschauer mit Haribo Fröschen. Als ich rief: „Super, Frösche!“ kam er hinter uns her und gab mir welche mit auf den Weg. Beeindruckend waren auch die Zuschauer, die mich angefeuert haben und das Event zu einer Party gemacht haben.

Ein besonderer Moment für mich war der Zieleinlauf. 100 Meter vor dem Ziel übergab meine Mutter unseren kleinen Sohn Lars meinem Mann Stephan und wir liefen zusammen ins Ziel.

Sollte deiner Meinung nach jeder Läufer einmal die Erfahrung machen, einen Marathon zu laufen?

Tatsächlich sollte jeder Läufer mal diese Erfahrung machen. Ein Marathon im Leben eines Läufers würde ja reichen. Empfehlen würde ich es jedem, es ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert!