Für Isabel ist der Trainingsplan eher eine grobe Orientierung als eine genaue Anleitung. Trotzdem ist sie in engem Austausch mit Bunert Dortmund und der Ausdauerschule. Mittlerweile ist sie zuversichtlich, dass sie die 42 Kilometer schaffen wird.

Wie läuft es denn gerade? Bist du im Plan?

Plan? Wenn ich ein bis zwei Augen zudrücke, dann bin ich das vielleicht. Wer jetzt aber denkt, ich treibe (laufe) Unfug oder ich nehme die Vorbereitung nicht ernst genug, hat falsch gedacht. Ich nehme sie sehr ernst, aber ich gehe da ziemlich relaxed dran. Ich habe zwei Monate nach Plan trainiert, dann hatte ich plötzlich Probleme mit dem Ischias. Das war im November. Im Dezember habe ich dann nicht mehr auf den Plan geschaut und bin keine 90 Kilometer gelaufen. Dann hatte ich ein Gespräch mit Volker Hartmann von Bunert Dortmund und der hat mich etwas wachgerüttelt, so dass ich im Januar wieder angegriffen habe und das obwohl ich noch leichte Probleme mit dem Ischias hatte. Ich möchte nicht implizieren, dass es voll toll ist, ohne Plan zu laufen, aber im Januar kam ich mit einer groben Richtung einfach besser klar. Ich habe das mit Niels von der Ausdauerschule kurz besprochen und von ihm eine grobe Richtung bekommen, falls ich mal doch nicht weiter weiß. Ich bin und bleibe einfach ein absoluter Bauchläufer. Aber der Januar lief bombastisch. Am Ende bin ich drei 30er, mehrere 21er und summa summarum 294 Kilometer gelaufen. Das gab mir die Zuversicht, dass ich den Marathon schaffen kann.

Was ist die weiteste Strecke, die du bisher gelaufen bist und wie war das für dich?

Die weiteste Strecke war vor zwei Wochen, wo ich 31,5 Kilometer mit einem Freund gelaufen bin, der am 8. April auch einen Marathon läuft. Ich habe mich danach zwar erschöpft gefühlt, aber nicht mehr so schlimm wie nach meinem ersten 30er. In ein paar Tagen steht dann die weiteste Strecke an, 36-38km, die ich mit einer Freundin laufen werde. Wir haben beide schon etwas Angst davor. Aber ich denke, wir werden das schaffen.

Was hat sich an deinem Training verändert, seit du dich auf den Marathon vorbereitest?

Eigentlich nur die Kilometerzahl. Läufe unter 10 Kilometern kommen fast gar nicht mehr vor. Aber bei 50-70 Wochenkilometern ist das auch nicht ratsam. Früher hatte ich immer etwas gemischte Gefühle vor langen Läufen, mittlerweile freue ich mich richtig darauf und sie machen mir auch keine Angst mehr. Halbmarathon? Kein Problem … los geht’s!

Was macht dir an der Vorbereitung am meisten und was am wenigsten Spaß?

Mir macht alles Spaß. Für mich ist Laufen einfach immer toll. Das einzige, was mir keinen Spaß macht, sind Intervalle. Aber das geht ja vielen so. Psssst … ich verrate euch was: Ich mache kaum noch Intervalle. Meine „Intervalle“ äußern sich in schnellen 10-Kilometer-Läufen oder indem ich generell immer mal ein Fahrtspiel in den Lauf einbaue, Bis jetzt fahre ich damit gut und konnte mich auf kurzen Distanzen gut verbessern.

Gab es einen Punkt, an dem du gedacht hast, das schaffst du nie? Wolltest du schon einmal alles hinschmeißen?

Ganz am Anfang hatte ich arg Bedenken, ob ich das überhaupt schaffen kann. Ich kam nämlich nicht über diese Halbmarathondistanz. Das war immer so eine Qual, dass ich echte Zweifel an mir hatte. Ansonsten kam die Zuversicht mit dem Näherrücken des großen Tages und alles hinschmeißen kam mir nie in den Sinn. Warum auch?

Was ist das Wichtigste für dich bei der Vorbereitung? Kannst du anderen Läufern einen Tipp geben?

Das wichtigste für mich ist die Zeit und die Freude. Man braucht einfach viel Zeit, um diese ganzen Kilometer zu sammeln. Hast du diese nicht, wie sollst du dich dann über’s Laufen, über dein Training freuen? Mein Tipp? Verliere die Freude nicht, auch in der Marathonvorbereitung kann manchmal weniger mehr sein. Im Februar war ich wegen einer Erkältung für zwei Wochen nicht in Laufschuhen unterwegs und doch hat es mich nicht aus der Bahn geworfen. Also immer schön relaxed bleiben 🙂

Hast du ein Ziel für Rotterdam?

Natürlich habe ich das. Man sagt zwar immer, dass einfach Ankommen reicht (würde es natürlich), aber man hat im Hinterkopf immer ein etwas ambitionierteres Ziel. So glaube ich, dass ich den Marathon wahrscheinlich gut in 4 Stunden und 30 Minuten schaffen kann und noch weiter hinten in meinem Kopf möchte etwas noch schneller sein. Aber ich werde am Tag des Rennens auf der Strecke entscheiden, wie schnell ich laufen kann. Jedenfalls bin ich jetzt schon super vorfreudig und will das Ding nun endlich laufen!