Gab es einen Moment, an dem du realisiert hast, dass du finishen wirst?

Erst bei Kilometer 40. Zwischen 30 und 40 war es so hart, dass ich echt gedacht habe, jeden Moment aufhören zu müssen. Aber als ich dann die 40 Kilometer erreicht hatte, habe ich zum ersten Mal realisiert: Das wird was. Und das Gefühl war so unbeschreiblich. So befreiend und aber auch so einnehmend. An die letzten Kilometer kann ich mich unter anderem deswegen kaum noch erinnern.

Hast du zwischendurch ans Aufgeben gedacht?

Ja leider schon ab Kilometer 25. Ich hatte stark damit zu kämpfen, dass meine Leistungswerte absolut nicht normal waren. Ich konnte mir das nicht erklären und bin irgendwann zwischen Kilometer 25 und 30 das erste Mal kurz gegangen. Nicht weil ich nicht mehr konnte, sondern einfach psychisch eine Blockade hatte. Als mich aber dann ein Zuschauer beim Namen direkt ansprach, eigentlich viel mehr anschrie, pushte mich das so ungemein, dass ich wieder in den Lauf zurückfand.

Gibt es eine Anekdote oder irgendetwas, das dir nicht mehr aus dem Kopf geht?

Nicht so direkt. Aber kurz vor dem Start war die Stimmung unfassbar mitreißend und der Zieleinlauf war unbeschreiblich. Und die ganzen Zuschauer, die einen immer wieder mit Namen anfeuerten. Die haben mich ins Ziel getragen! Ohne die hätte ich es nicht geschafft.

Sollte deiner Meinung nach jeder Läufer einmal die Erfahrung machen, einen Marathon zu laufen?

Nicht unbedingt, aber ich kann es jedem empfehlen, der schon ein bisschen laufverrückt ist. Man lernt sich von einer ganz anderen Seite kennen, die man so nicht finden würde. Es ist ein so starkes und intensives Erlebnis, das man danach nicht mehr missen möchte und für alle Qualen entschädigt.