Das Training von Annette aus Kempen ist seit der Vorbereitung auf den Marathon viel abwechslungsreicher geworden. Außerdem freut sie sich über einen anderen Nebeneffekt: Bikinifigur schon im Winter!

Wie läuft es denn gerade? Bist du im Plan?

Im Herbst musste ich drei Wochen aussetzen – Erkältung und Sehnenzwicken. In der Zeit habe ich entspannt, viele Stabi-Einheiten gemacht und bin dann langsam wieder eingestiegen. Seitdem läuft es wirklich prima, und ich hoffe, das bleibt auch in den letzten Wochen vor Rotterdam so.

Was ist die weiteste Strecke, die du bisher gelaufen bist und wie war das für dich?

Für mich sensationelle 26 Kilometer, die ich an einem sonnigen kalten Sonntag gefühlt locker-flockig mit meinem Laufpartner Martin absolviert habe. Weil Martin sich dankenswerterweise immer neue Strecken für unsere Trainingsläufe aussucht, war mir auch nicht langweilig. Danach war ich total stolz und habe den Rest des Tages selbstzufrieden und mit schmerzenden Beinen auf dem Sofa verbracht.

Was hat sich an deinem Training verändert, seit du dich auf den Marathon vorbereitest?

Es ist abwechslungsreicher geworden: Intervalle, Crescendoläufe, Fartlek, lange Läufe – es ist alles ist dabei. Und natürlich haben sich die Umfänge gesteigert. Stand Ende Januar weist meine Strava-Statistik mehr Lauf- als Fahrradkilometer auf, wenn auch nur knapp (123 km bzw. 122 km). Ich schwöre, das ist mir noch nie passiert!
Außerdem erwische ich mich heute bei dem Gedanken: „Wie, es stehen nur 45 Minuten Rekom-Lauf auf dem Plan? Da lohnt sich das Anziehen ja gar nicht.“

Was macht dir an der Vorbereitung am meisten und was am wenigsten Spaß?

Wenn ich einen guten Tag habe, macht mir alles Spaß, egal ob Intervalle auf der Bahn oder ein langer Lauf durch die Felder. Ein netter Nebeneffekt des Marathontrainings ist außerdem: Bikinifigur bereits im Winter trotz Raclette, Spekulatiusorgien und Glühweingelagen.
Blöd finde ich es, am Anfang eines Laufs auf Betriebstemperatur zu kommen – ich habe immer das Gefühl, in Zeitlupe wie ein Elefant zu stampfen. Schrecklich! Doch nach wenigen Kilometern ist alles im grünen Bereich. Wind, Kälte, Dunkelheit und Regen (in der Reihenfolge) bereiten mir ebenfalls wenig Spaß. Aber Training schwänzen ist nicht und es fällt mir mittlerweile leicht(er), auch bei widrigem Wetter loszulaufen.

Gab es einen Punkt, an dem du gedacht hast, das schaffst du nie? Wolltest du schon einmal alles hinschmeißen?

Nein. Diese Gedanken hatte ich kein einziges Mal. Die HM-Strecke im Training hat mir bereits gezeigt, was ich kann. Mich beschäftigt eher: Wird mein Magen dem Energiegelriegel-Schnickschnack standhalten? Und: Wie überwinde ich mental Zeit, Strecke und Schmerzen nach Kilometer 21?

Was ist das Wichtigste für dich bei der Vorbereitung? Kannst du anderen Läufern einen Tipp geben?

Was ich vorher nicht gedacht hätte – das Prinzip Trainingsplan funktioniert bei mir sehr gut. Ich ziehe stumpf meinen Plan durch und wenn etwas ausfallen muss, hole ich es an einem anderen Tag nach. Das gibt mir die Sicherheit, dass ich wirklich alles tue, um optimal vorbereitet zu sein.
Außerdem höre ich auf meinen Körper. Neulich habe ich mich an einem Wochenende so gar nicht nach Laufen gefühlt. Also habe ich es gelassen und stattdessen im Schwimmbad entspannt ein paar Bahnen gezogen und Yoga gemacht.
Mein Tipp daher: Plan befolgen. Auf das eigene Körpergefühl hören. Locker bleiben.

Hast du ein Ziel für Rotterdam?

Ich kann mich noch nicht entscheiden, wie ehrgeizig ich sein möchte. Das ist auch vom Wetter und meiner Tagesform abhängig. Ich möchte auf jeden Fall Spaß haben und gesund ankommen. Wenn dann noch die Zeit stimmen sollte, wäre das natürlich genial.