Andreas möchte wissen wie es ist, nicht aufzugeben. Bisher klappt das ziemlich gut – er zieht sein Training diszipliniert durch und konnte seine Bestzeiten auf 10 Kilometern und der Halbmarathon-Distanz schon deutlich verbessern.

Wie läuft es denn gerade? Bist du im Plan?

2018 läuft bisher ziemlich optimal, sämtliche Trainingsaussetzer sind den Witterungsbedingungen geschuldet gewesen. Von Krankheiten bin ich 2018 bisher verschont geblieben und das kann bis zum 8. April auch gerne so bleiben. Da das Wetter ja ziemlich verrückt spielt, habe ich mir eine Probe-Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio gegönnt. Dort gibt es tolle Laufbänder und Temperaturen, wie ich sie mir am Tag des Marathons auch erhoffe. So ist es immerhin gewährleistet, dass ich das gesamte Trainingspensum schaffe.

Was ist die weiteste Strecke, die du bisher gelaufen bist und wie war das für dich?

Es waren genau 30 Kilometer, die ich am Ende vor der eigenen Haustür ausgetrabt bin. Der Plan für diesen Tag war ein etwas kürzerer. Aber den Luxus, die 30er Marke zu knacken, musste ich mir an diesem Tag einfach gönnen. Temperaturen von knapp über 0, strahlender Sonnenschein und wenig Wind. Eigentlich waren es ideale Bedingungen. Da ich am Vortag bereits 20 Kilometer in einem anderen Tempointervall laufen musste, war es am Ende doch ziemlich hart.

Was hat sich an deinem Training verändert, seit du dich auf den Marathon vorbereitest?

Da ich ja vor #DeinErsterMarathon ziemlich planlos war, veränderte sich alles. In den eigenen Körper zu hören und gezielt bestimmte Tempobereiche einzuhalten, fiel mir am Anfang sehr schwer.
Natürlich kann ich jetzt auch ganz anders einen Trainingstag gestalten und bin viel gelassener geworden. Es ist ziemlich klar, wie hoch der Belastungsgrad sein wird und wie ich mich selbst organisieren muss. Meine Pulsfrequenzen sind sicherlich niedriger geworden, gerade bei geringer Belastung. Das gilt aber nicht für die Phase im Startblock, dort bin ich immer noch etwas nervös. Es ist schon irre, wie ich mittlerweile ein Rennen oder Training einteilen kann. Wann ziehe ich das Tempo an oder muss es rausnehmen? Bin ich einmal im Rhythmus, läuft es fast von alleine. Grundvoraussetzung sind natürlich immer ein gutes Tagesgefühl und eine einwandfreie Gesundheit.

Was macht dir an der Vorbereitung am meisten und was am wenigsten Spaß?

Ich habe das Glück, als Gast in der garantiert „weltbesten Trainingsgruppe“ von Bunert Duisburg/Moers mit trainieren zu dürfen. Dort ist reichlich Abwechslung geboten und ich kann immer alle und jeden etwas fragen, ohne das Gefühl zu haben, nicht ernst genommen zu werden.
Mein Trainer Karsten Kruck von Laufsport Bunert Moers/Duisburg ist von Anfang an mit mir sehr fair und professionell umgegangen. Wir haben geschaut, was mit welchem Trainingseinsatz möglich ist und welches Ziel wir verfolgen möchten. Spaß machen natürlich auch die messbaren Erfolge – sowohl auf den Laufstrecken als auch auf der Waage. Ich habe etwa sieben Kilogramm seit Ende August verloren.
Die Schattenseiten im Projekt sind sicherlich auch da. Fehlende Freizeit, kaum Möglichkeiten, soziale Kontakte zu pflegen. Die eigene Familie kommt auch viel kurz. Ich neige auch dazu, alles in Frage zu stellen. Trainiere ich richtig? Wie bekomme ich das alles organisiert? Aber bisher habe schlafe ich nicht im Stehen ein, es gibt soziale Medien und Messenger-Dienste und die Familie erkennt mich auch noch.

Gab es einen Punkt, an dem du gedacht hast, das schaffst du nie? Wolltest du schon einmal alles hinschmeißen?

Nein, niemals. Ich wollte schon immer wissen wie es ist, nicht aufzugeben. Das gesamte Projekt ist mir einfach zu wichtig.

Was ist das Wichtigste für dich bei der Vorbereitung? Kannst du anderen Läufern einen Tipp geben?

Glaub an dich selbst, sei stets motiviert und zeige Durchhaltevermögen. Macht es nicht nebenbei, sondern lebt und liebt es.

Welche Erfolge/Verbesserungen kannst du vermelden?

Meine besten Ergebnisse konnte ich in den letzten 2-3 Wochen erzielen. Die Bestzeit auf der 10-Kilometer-Distanz habe ich während der Trainingsphase Anfang März um drei Minuten gesenkt: auf 46 Minuten und 28 Sekunden. Die Halbmarathondistanz konnte ich bisher nie unter 1 Stunde 55 Minuten finishen. Gut, dass es den Venloop gibt. Ideal vorbereitet konnte ich mich um absolut wahnwitzige zehn Minuten auf 1 Stunde 45 Minuten verbessern. Das war schon was!

Wie ist dein Kontakt mit dem Team?

Wir sind eine absolut tolle Truppe. Alle tauschen ihre Erfahrungen und Meinungen untereinander aus. Steckt eine/einer gerade in einem Tief, gibt es aufmunternde Worte. Genau wie jeder bei einer Topleistung gepushed wird. Bei den vielen Wettbewerben sind wir uns sprichwörtlich immer wieder über den Weg gelaufen. Ich freue mich schon auf das Wochenende in Rotterdam!

Hast du ein Ziel für Rotterdam?

Na klar, wer hat das nicht? Ich denke die Reihenfolge bei allen Erstläufern wird sein, gesund und munter anzukommen – und dann noch in der persönlich bestmöglichen Zeit. Da ich nicht das nötige Grundtalent für einen schnellen Läufer habe, muss ich auch ehrlich zu mir selbst sein. Ich lass die Katze jetzt aus dem Sack und sage, eine Zeit unter den „magischen“ vier Stunden wäre ein Traum. Ich denke, dass ich das aufgrund meiner Trainingsleistungen schaffen kann. Das wird aber eine ganz knappe Kiste.